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6 Tipps für mehr Klarheit und Verbindlichkeit im Nachfolgeprozess

Der Nachfolgeprozess ist hochemotional.  Erfahrungsgemäß kommt es immer wieder zu Rückschlägen oder gar zu Stillstand in Planung und Umsetzung. Daher sollten für den Übergabeprozesses etwa 3-5 Jahre eingerechnet werden.

Meine 6 Tipps dienen dir als Unterstützung auf der zwischenmenschlichen Ebene:

Tipp Nr. 1: Der Fahrplan.

Erstellt einen gemeinsamen Fahrplan. Auch in den besten Familien sollte alles was besprochen wurde,  verschriftlicht werden. Denn wie du weißt, können Worte mal so und mal so ausgelegt werden und genau das führt zu Missverständnissen, Kränkungen, blockierenden und lähmenden Konflikten.

Hier geht es nämlich nicht nur um die Sicherung des Familienvermögens und den Fortbestand des Unternehmens, sondern auch (bzw. allen voran) um den Frieden.

In der Familie und mit sich selbst. Das ist die Message die auch öffentlich wirksam und sichtbar ist.

Bedenke: Diese verbindliche Verschriftlichung soll dazu da sein, Konflikte zu vermeiden und nicht Misstrauen zu stiften.

 

Tipp Nr. 2: Gegenseitige Erwartungen abklären.

Du hast eine konkrete Vorstellung wie du das Unternehmen weiterführen möchtest?

Eine Vision für die du brennst?

Der Übergeber hat das auch. Möglicherweise unterscheidet sich deine Vorstellung stark von jener der Übergeber. Bestimmt habt ihr auch Themen bei denen ihr euch einig seid:

  • Welche sind das? Welche noch?
  • Was sind eure „heißen“ Themen? Wo genau seid ihr euch uneinig?

 

Tipp Nr. 3: Überprüfe deine Beweggründe und Motivation.  

Versuche dir etwas Abstand zum Familienbetrieb und zur aktuellen Situation zu verschaffen. Mit einer gewissen Distanz zum hochemotionalen Nachfolgeprozess, fällt es leichter die Dinge aus einer anderen Perspektive (btw: wusstest du, dass jedes „Ding“ 3 Seiten hat – die eine, die andere und die die beide nicht sehen?) zu betrachten. Neue Gedanken werden gesponnen. Ideen überdacht und weiterentwickelt. Neue Wege entstehen…

  • Willst du das wirklich?
  • Was genau begeistert dich? Was noch?
  • Warum willst du das?
  • Was wenn nicht?
  • Hast du einen anderen Lebensplan?
  • Wie stellst du dir deine Zukunft im Familienbetrieb vor?
  • Wie steht dein:e Partner:in dazu?
  • Oder planst du vielleicht schon Investitionen?
  • Oder hast du großen Respekt vor dem Tag, an dem du die volle Verantwortung als Familienunternehmer offiziell antrittst?
  • Du weißt noch nicht, ob sich das richtig gut anfühlen wird?
  • Warum so viele Zweifel?

Geh der Sache auf den Grund. Was sagt dein Bauch?

 

Tipp Nr. 4: Definiert einen Zeitrahmen

Ein Klassiker und häufiger Streitpunkt. Es ist eines der unausgesprochenen heißen Themen der Nachfolgeregelung:

  • Sprich es klar und offen an!
  • Fordere Verbindlichkeit ein. Erzähl von deinen Beweggründen.
  • Formuliere deine Erwartungen möglichst klar.
  • Versuche dabei dich in die Perspektive des Übergebers zu versetzen.
  • ACHTUNG: Wahre dabei den Frieden. Mit Druck kommst du nicht zum gewünschten Ergebnis. Bedenke, ihr wollt eine Lösung, die nachhaltig ist. Eine Lösung die hält und zur Zufriedenheit aller ist.

Stelle folgende Überlegungen dazu an:

  • Wann möchtest DU den Familienbetrieb frühestens übernehmen? Wann spätestens?
  • Wann möchten deine Eltern/Schwiegereltern/… in den Ruhestand gehen?
  • Gibt es eine Übergangsfrist? Wie könnte diese aussehen? Wie noch?
  • Habt ihr bereits einen Zeitpunkt vereinbart der nicht hält? Wieso nicht?
  • Was wäre anders, wenn ihr euch einen allparteilichen Dritten – eine:n Nachfolgemediator:in – ins Boot holt?

 

Tipp Nr. 5: Zieht die ganze Familie in den Prozess mit ein.

Damit mein ich primär (Ehe)Partner, Geschwister (auch wenn sie kein offensichtliches Interesse zeigen), ev. Kinder (sofern alt genug) und Großeltern.

Wenn ihr eine nachhaltige Lösung, die alle zufrieden stellt und den Fortbestand des Betriebes sichern soll, wollt, dann gehören alle Beteiligten an einem Tisch.
Wer das genau ist, ist individuell, so wie jeder Betrieb, so wie jede Familie, so wie jede Nachfolgemediation.

Warum ist das sinnvoll?
Weil sich alle Frieden wünschen. Und weil jeder gehört werden möchte.
Familienmitglieder die im Hintergrund gegen eine Entscheidung arbeiten, können den Prozess, lähmen oder sogar zum Scheitern bringen. Zumindest das Geschehen (oder nicht Geschehen) ordentlich aufwirbeln.

Diese „Stimmen“ sollten keinesfalls ignoriert werden. Sprich es  wertschätzend an.

 

Tipp Nr. 6: Klarheit in der Kommunikation an Stakeholder.

Mitarbeiter, Lieferanten sowie Kunden haben ein großes Interesse an der Entwicklung eures Unternehmens:

Nutzt dieses Interesse für den Erfolg des Unternehmens und holt sie euch ins Boot. Denn auch hier fragt man sich, wie es weiter geht. Die Betroffenen sind besorgt um ihre Arbeitsplätze, Auftragslagen oder fragen sich, ob sie im Unternehmen ihres Vertrauens auch weiterhin mit der gewohnten Leistung rechnen können. Oder sie schauen sich womöglich schon nach Alternativen um?

Solange die Nachfolgeregelung für die Familie unklar ist, ist sie es auch für die Beteiligten um euch herum, Unsicherheit führt zu Ängsten und Blockaden. Erspart euch das.

So sorgt ihr für Klarheit:

Kommuniziert in regelmäßigen Abständen über den Prozessfortschritt. Damit meine ich keine Details, sondern Infos, die für die jeweilige Anspruchsgruppe relevant sind. So sichert ihr euch den Rückhalt und das Vertrauen der Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden und beugt Spekulationen und bösen Gerüchten vor. Ihr könnt euch gestärkt auf den Nachfolgeprozess konzentrieren.

Denn diesen durchläuft man nur einmal. Da muss alles passen.

  • Klarheit schafft auch hier Verbindlichkeit (und Bindung zu Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten).
  • Verbindlichkeit schafft Frieden.
  • Frieden stärkt (dich selbst, die Familie und das Unternehmen).

Das ist die Message die an Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter geht.

Das führt zu Erfolg (oder eben zu Misserfolg).

Ich unterstütze dich gerne:

  • Im Konfliktcoaching bin ich als neutraler, wertfreier Businesscoach für deine Anliegen da.
  • In der Nachfolgemediation stärken wir gemeinsam den Familienbetrieb und schaffen Frieden in der Familie.

Du willst mehr wissen? Lass uns plaudern und wir finden heraus, was für deine Situation am geeignetsten ist.

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